Mitgliederversammlung Heidelberg

30.06.2012

"Neue Universität" Heidelberg / Grabengasse 3-5 / Hörsaal 04a im Erdgeschoss / 69117 // Heidelberg

Tagesordnung:


1. Feststellung der Tagesordnung
2. Wahl eines Ehrenmitgliedes
3. Bericht des Vorstandes über die Geschäftsjahre 2009 bis 2012
4. Rechnungslegung für die Geschäftsjahre 2009/2010/2011 und Bericht der Kassenprüfer
5. Genehmigung der Jahresrechnung 2009/2010/2011 und Entlastung des Vorstandes
6. Veranstaltungs- und Arbeitsprogramme
7. Wahl des Vorstandes
8. Wahl der Kassenprüfer
9. Verschiedenes

Nach der Mitgliederversammlung laden wir Sie hertlich zu unserem Sommerfest ein.

Den Festvortrag hält Professor Dr. Alexander Bruns, LL.M.; Institut für deutsches und ausländisches Zivilprozessrecht, Universität Freiburg; DAJV Regionalvorstand Freiburg zum Thema:

"Kollektiver Rechtsschutz im transatlantischen Modellvergleich"

Professor Dr. Bruns beschreibt den Inhalt seines Vortrages wie folgt:
Der kollektive Rechtsschutz mit den Mitteln des Zivilprozesses, insbesondere nach dem Modell der US-amerikanischen class action, sind seit einigen Jahren Gegen-stand lebhafter rechtswissenschaftlicher und rechtspolitischer Diskussion. In jüngerer und jüngster Vergangenheit hat die EU-Kommission durch Initiativen zur Einführung von Gruppenklagen im EU-Kartellrecht und von kollektiven Rechtsdurchsetzungsverfahren für Verbraucher sowie durch die Öffentliche Konsultation zum kollektiven Rechtsschutz den wissenschaftlichen und rechtspolitischen Diskurs beflügelt. Der Deutsche Bundestag hat am 26. Mai 2011 auf Empfehlung des Rechtsausschusses einer Einführung von Instrumenten kollektiven Rechtsschutzes auf europäischer Ebene, wie sie insbesondere von der EU Kommission erwogen wird, in seltener Deutlichkeit eine Absage erteilt. Damit dürften indessen weder der
 europäische noch der wissenschaftliche Reformimpetus endgültig gebrochen sein, wenn auch die Möglichkeit einer großen gemeineuropäischen Lösung einstweilen in weitere Ferne gerückt zu sein scheint. Das lässt eine Konzentration auf die Grundfrage besonders ratsam erscheinen, ob und inwieweit sich die Einführung von Gruppenklagen oder class actions in Europa künftig empfiehlt. Es hieße dabei die Problematik sachwidrig verengen, wenn man die Fragestellung aus rein deutscher Perspektive im Sinne eines Tunnelblicks betrachten wollte. Es ist gerade die transatlantische und europäische Rechtsvergleichung, die bei der Betrachtung der Institute des kollektiven Rechtsschutzes und der Gruppenklage Grundverständnis und Funktionszusammenhänge komparativ erhellt und eine belastbare Wertungsbasis für rechtspolitische Reformvorschläge legt.

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